3. bundesweiter Theater-Wettbewerb

zu Biographien der Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen

 

Schul- und Jugendtheater

Teilnahme

Teilnehmen können

  • Schultheater aller Schulformen ab Klasse 9
  • Amateurtheatergruppen für Jugendliche
  • Jugendfreizeiteinrichtungen mit eigenen Theater-AGs
Kooperationen zwischen schulischen oder außerschulischen Theatergruppen und Gruppen, die mit Menschen mit Behinderungen arbeiten sind ausdrücklich erwünscht.
 
 

Aufgabe

andersartig-gedenken-on-stage fördert Theater gegen das Vergessen. Bundesweit werden Jugend- und Schultheatergruppen aufgerufen, Biographien von Opfern der NS-"Euthanasie"-Verbrechen ins Zentrum eines selbst entwickelten Bühnenstücks zu stellen. Die Seite www.gedenkort-t4.eu informiert über historische Fakten und stellt eine öffentlich zugängliche Datenbank von Opferbiographien zur Verfügung.

Die Theaterproduktionen sollen neben historischen Bezügen auch Bezüge auf aktuelle gesellschaftspolitische Diskurse, wie z.B. den Umgang mit Menschen mit Behinderungen, Akzeptanz und Toleranz von Vielfalt, Barrierefreiheit und inklusive Zugänge oder auch bioethische Fragestellungen beinhalten. Die Stücke können als Drama, dokumentarisches Theater, Musiktheater, szenischen Darstellung, szenische Lesung oder als Performance entwickelt werden.

Alle Formate können analog oder digital entwickelt werden, es können hybride Formen der Darstellung erarbeitet werden. Teilnehmende Gruppen sind eingeladen, ihre Prozesse der aktuellen pandemischen Lage so anzupassen, dass der kreative Prozess und die Formen der Darstellung trotz physischer Distanzregeln ermöglicht werden.

 

Historischer Hintergrund

Als Teil der nationalsozialistischen Rassenideologie wurden bis 1945 ca. 300.000 Kinder, Frauen und Männer mit psychischer Erkrankung oder einer sogenannten geistigen Behinderung systematisch ermordet. Ziel der nationalsozialistischen Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik war die Schaffung einer erbgesunden »arischen« Rasse. Ausgehend von sozial-darwinistischen Ideen, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg - auch in anderen Ländern Europas und in den USA - Eingang in die modernen Wissenschaften Eugenik und Rassenhygiene gefunden hatten, kam es zu Beginn des Zweiten Weltkrieges - beschleunigt durch ökonomische Interessen - zur Radikalisierung dieser Ideen. Trotz der hohen Opferzahl sind erst wenige Tausend Namen öffentlich zugänglich und von noch viel weniger Opfern ist ihre Geschichte bekannt.

Mehr Informationen zu den historischen Fakten finden Sie zum Beispiel auf der Webseite www.gedenkort-t4.eu Bei Fragen können Sie uns auch gerne kontaktieren.

Bewertungskriterien

Die Jury wird in zwei Phasen arbeiten. Zunächst sichten alle Jurymitglieder die Video-Beiträge und bewerten sie anhand der folgenden Kriterien. Während der Jurysitzung im Juli 2022 werden die Mitglieder ihre Bewertungen diskutieren und im gemeinsamen Gespräch die Preisträger*innen festlegen.

  • Idee und Form der Darstellung
    Erzählform, Dramaturgie, Verständlichkeit, Erzähl-Stil, Verbindung einer Opfer-Biographie mit ausgedachten Inhalten, Bezug des Stückes auf heute, Qualität des Manuskripts

max. 30 Punkte

  • Künstlerischer Anspruch
    Bühnenbild, Ton und Licht, Leistung der Darsteller, Überzeugende Erzählung und Darstellung

max. 20 Punkte

  • Historischer Ansatz
    Umsetzung der Opfer-Biographie und des Themas der „NS-Euthanasie“ – korrekte Darstellung der historischen Fakten, verständliche und nachvollziehbare Darstellung der ausgewählten historischen Ereignisse

max. 20 Punkte

  • Inklusiver Ansatz
    Die Umsetzung des Inklusions-Gedankens wird in der Auswahl der Jury aus den folgenden Perspektiven gewürdigt:

-Der Bezug zum Miteinander heute und die Botschaft des Stückes im Hinblick auf Inklusion, Toleranz und Akeptanz von Vielfalt

-Kooperationen und inklusive Produktionen sind ausdrücklich erwünscht. In diesem Falle wird die Jury die Gestaltung der Zusammenarbeit von      Teilnehmer*innen mit und ohne Behinderung im Fokus haben.

max. 30 Punkte

 

Einsendeschluss

Die Wettbewerbs-Einsendungen bis zum 01. Juni 2022 bestehen aus:

  • Einer DVD mit einer Video-Aufzeichnung der vollständigen Inszenierung
  • Einem „Trailer“, d.h. einer Zusammenfassung in max. 5 Minuten.
  • Einer textlichen Kurzbeschreibung des Inhalts mit max. 3.000 Zeichen.
  • Erläuterungen und Gedanken zum eingereichten Entwurf anhand der vier Bewertungskriterien
  • Teilnahmeformular und Einverständniserklärung

Anmeldung der Teilnahme ist nicht zwingend erforderlich aber wird erbeten bis zum 15. Dezember 2021.

Schreiben Sie uns per Mail an stana.schenck@gedenkort-t4.eu oder nutzen Sie das Kontaktformular.

Preise

Unter den eingesandten Aufzeichnungen der Aufführungen wählt die Jury insgesamt 3 Preisträger*innen für trägergebundene Geldpreise in Höhe von 3.000,-€ . Der Siegerbeitrag wird im November 2022 im Rahmen der Preisverleihung im Theater Thikwa in Berlin aufgeführt. Der Förderkreis übernimmt die Reise- und Übernachtungskosten für die Gewinnergruppe und lädt Vertreter*innen der Träger des 2. und 3. Preises nach Berlin ein, um die Preise entgegenzunehmen.

1. Preis: 1.500,-€

2. Preis: 1.000,-€

3. Preis:   500,-€